Die Rückkehr des Arguments oder wer lügt am besten? Eine Rhetorikperformance nach Platons Georgias – 19.3.2020 Friedrich Ebert Stiftung Berlin

In unserer Rhetorikperformance wird die schärfste Waffe der Macht, DIE REDE, zerlegt und dann wieder zusammengesetzt – nur anders!

Welches Verlangen ist die treibende Kraft in der Rhetorik? Ist es die Lust des Redners an der eigenen rednerischen Potenz, an der eigenen Beweisführung, um eine Menge durch DIE REDE von Scheinwahrheiten zu überzeugen?

Oder ist die treibende Kraft in der Rhetorik das Verlangen nach Erkenntnis, die Lust an der hinterfragenden Argumentation und ihrer Bewegung, zum eigenen Wohl und dem der Gesellschaft?

Weltweit hat sich die erste Variante durchgesetzt. Warum ist der (An)Schein um so viel anziehender als die Wahrheit?

Aktuell bietet das Internet in Hochpotenz genau diese Möglichkeit des rhetorischen „als ob“ und der Lügen mit ihrer Meinungsmacht. So war das auch schon vor 2000 Jahren – nur ohne Internet. Sophisten fanden den Schein lohnenswerter als die Wahrheit.

Platon war ihr schärfster Kritiker.

Haben die Rechtsideologen und andere Agitatoren uns mit unseren Freiheiten wie die Kuh aufs Eis geführt und schauen uns beim hilflosen Rutschen zu? Ist die Meinungsfreiheit zum Bumerang geworden, zu einer Waffe, gegen uns selbst, zu einem schwer bezwingbaren Monster?

Mit paradoxem Schwung nutzen wir die Bühne, um die Scheinwelten als solche zu entlarven. Wir sind aktuell so sehr bestimmt und umgeben von ihnen, geradezu wie umzingelt, dass wir einen künstlerischen Befreiungsschlag vollziehen für uns und das Publikum. Dabei machen wir Platon mit seinem Dialog Gorgias zu unserem Partner und rufen ihn in den Zeugenstand. Mit einem energetischen Streitgespräch als Werkzeug machen wir den Wortverdrehern den theatralischen Prozess.

Sie sind herzlich zu unserem Werkstattabend und anschließendem Künstler_innengespräch mit dem Politikberater und Autor Johannes Hillje eingeladen!

WER • Das Graphit Theater Labor agiert auf der Grund- lage einer offenen Ensemblestruktur. Für dieses Projekt haben sich Schauspieler zusammen gefunden, die sich seit Jahrzehnten in wechselnden Arbeitszusammenhän- gen in Berlin bewegen und eine breite Erfahrungsfülle versammeln. Studien an der Moskauer GITIS befähigen die Akteur_innen, der breiten Palette von Berliner freien Gruppen einen wichtigen Akzent hinzuzufügen, der sich aus einer nachhaltigen und fundierten Beschäftigung mit zeitlos gültigen Stoffen und Themen nährt und trotz- dem voll und ganz in der Gegenwart steht.

REGIE • Judith von Radetzky studierte Regie unter Ana- tolij Vassiliev in Lyon. Seit 1983 arbeitet sie als Schau- spielerin an zahlreichen Theatern (Basel, Konstanz, Zürich, Stuttgart u.v.m.) sowie in vielen Film- und Fernsehpro- duktionen. Seit 2008 inszeniert sie in freien und privaten Theatern in Berlin und München.

MODERATION • Franziska Richter, Referentin für Kulturpolitik im Forum Berlin der Friedrich-Ebert-Stiftung

VERANSTALTUNGSORT

Friedrich-Ebert-Stiftung

Hiroshimastr. 17 (Haus 1) 10785 Berlin

VERANTWORTLICH

Franziska Richter

Referentin für Kulturpolitik im Forum Berlin der Friedrich-Ebert- Stiftung

KONZEPTION UND UMSETZUNG

Judith von Radetzky und Ensemble: Alexandra Broneske, Stephan Maria Fischer, Markus Herlyn, Ecki Hoffmann, Eva Schrör, Felix Theissen

graphit.theaterlabor@gmx.de,  www.graphit-theaterlabor.de

SIND SIE INTERESSIERT?

Dann melden Sie sich bitte verbindlich bis zum 16.03.2020 an unter forum.cy@fes.de oder unter https://www.fes.de/veranstaltung/ veranstaltung/detail/245641

Die Plätze sind begrenzt. Anmeldebestätigungen werden verschickt.

Comments
One Response to “Die Rückkehr des Arguments oder wer lügt am besten? Eine Rhetorikperformance nach Platons Georgias – 19.3.2020 Friedrich Ebert Stiftung Berlin”
  1. Stephan Drechsler sagt:

    Gute Idee, sich der Digitalen Moderne mit Platon nähern. Platon gegen die Sophisten: Das trifft die Sache durchaus ( zuminest als Teilaspekt ) und genau auch im 21igsten Jahrhundert.

    Stephan

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