Platon spielen? Platon spielen … Platonstudio ab Januar 2019

 

Graphit Theater Labor ist Forschungs- und Produktionsstätte. Judith von Radetzky gründete Graphit im Jahr 2006 parallel zu ihrem Studium bei Anatolij Vasiliev in Lyon, aktive Angebote wurden ab 2008 gemacht.

Das moderne Theater neigt dazu, vor allen Dingen Ausdruck der tagesaktuellen Realität zu sein. Der Schauspieler spiegelt oder imitiert diese Realität durch seine persönlichen Erfahrungen. Es fällt ihm zunehmend schwer darüber hinaus zu wachsen.  Um jedoch etwas, was nicht offensichtlich ist, aufscheinen zu lassen, bedarf es besonderer Fähigkeiten des Schauspielers. Er kann mit Unterstützung der Regie lernen sein Unbewußtes zu nutzen und sein kreatives poetisches Potential zu entdecken. Die Inhalte, die sich dadurch öffnen sind für alle Beteiligten oftmals überraschend. Die Arbeit mit Platon entzieht dem Schauspieler alle Gewohnheiten der Imitation, er muss sich selbst hinterfragen und klar menschlich positionieren. Er ist  als Mensch und Künstler maximal herausgefordert.

Die Recherche bezieht sich also vor allen Dingen und zuallererst auf den Darsteller, denn er steht nach wie vor im Zentrum des Theaters.

Wir als Schauspieler benötigen ein stetes Training, um unser Instrument wach, flexibel, und lebendig zu erhalten. Wenn wir neue Wege gehen, wirkt das wie eine Frischzellenkur auf unsere Kreativität.

Das Platonstudio erobert sich diese neuen Wege. Mit den Dialogen von Platon begeben wir uns auf einen bizarren aber spielerischen Weg uns durch Sokrates ebenso provozieren zu lassen wie seine Zeitgenossen.

Das psychologische Spiel ist die Basis der russischen Schule. In der Situation lebt der Konflikt von den Ereignisses, die die Situation verändern. Mit Platons Dialogen zu arbeiten, ist  ein bewusst gewähltes Kontrastprogramm, denn mit dem psychologischen Realismus und einem situativen Spiel kann man keinen der Dialoge für die Bühne öffnen.

Das heißt man braucht andere Quellen. Und hierin liegt das Abenteuer.

In den Dialogen von Platon sind es nicht Situationen, sondern Ideen, die im Konflikt zueinander stehen. Und diese Ideen sind nicht abstrakt, sondern betreffen ganz konkret unsere Existenz als Mensch.

Wir werden unterschiedliche Dialoge arbeiten. Zur Disposition stehen Menon, Ion und Gorgias.

Beispiel Gorgias

Gorgias befasst sich mit der Rhetorik. Oder mit anderem Worten mit dem Reden und Agieren im öffentlichen Raum.  Die Dialogteilnehmer sind Sokrates und mehrere Politiker.

Mit welchem Ziel spricht jemand in der Öffentlichkeit?

Ist er/sie sich im Klaren darüber, dass man mit jedem öffentlichen Auftritt unvermeidbar auf die Seelen der Zuhörer einwirkt? Ob Tyrann oder Demokrat, ob Richter oder Henker. Ist es genau das, was der Redner will? Aber was ist sein Ziel?

Das Studio ist Teil eines Post-Education Programms. Die Seminargebühren können bei der GVL eingereicht werden.

Bewerbungen bitte unter der angegebenen Email Adresse.

 

 

Photo by EVREN AYDIN on Unsplash

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